Améry war der Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter. Der Vater fiel als Soldat im Ersten Weltkrieg. Améry wuchs im Salzkammergut auf, wurde katholisch erzogen und machte nach der Schule eine Buchhändlerlehre in Wien. Danach war er als Dozent an der Wiener Volkshochschule tätig.

1938 emigrierte Améry nach Belgien. Als „feindlicher Ausländer“ wurde er dort 1940 festgenommen und im südfranzösischen Lager Gurs interniert, 1941 gelang ihm die Flucht. Zurück in Belgien, wandte er sich dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu und beteiligte sich an der in Belgien operierenden Österreichischen Freiheitsfront.

Am 23. Juli 1943 wurde Améry beim Verteilen antinazistischer Flugblätter verhaftet und im Hauptquartier der Brüsseler Gestapo im Gefängnis Saint-Gilles/Sint-Gillis inhaftiert. Am selben Tag verlegte man ihn nach Fort Breendonk/Derloven, wo er von SS-Hauptsturmführer Klaus Barbie schwer gefoltert wurde.[1][2][3]

Später wurde er in die Konzentrationslager Auschwitz, danach Buchenwald und Bergen-Belsen deportiert. Seine Erlebnisse hat Améry in seinem Werk Jenseits von Schuld und Sühne verarbeitet, mit dessen Veröffentlichung er 1966 im deutschsprachigen Raum bekannt wurde.

Nach 1945 in Brüssel lebend, arbeitete er als Kulturjournalist für verschiedene deutschsprachige Zeitungen der Schweiz. Zeitweise verweigerte er die Publikation seiner Texte in der Bundesrepublik Deutschland. Die Vermittlung des Radio-Essayisten des Süddeutschen Rundfunks, Helmut Heißenbüttel, verhalf ihm später zu einer ökonomischen Basis.

1978 beging er im Salzburger Hotel Österreichischer Hof (heute Hotel Sacher) mit einer Überdosis Schlaftabletten Suizid. Er erhielt ein ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 40, Nummer 132).

„Wer abspringt, ist nicht unbedingt dem Wahnsinn verfallen, ist nicht einmal unter allen Umständen ‚gestört‘ oder ‚verstört‘. Der Hang zum Freitod ist keine Krankheit, von der man geheilt werden muss wie von den Masern… Der Freitod ist ein Privileg des Humanen“

Quelle: Wikipedia