Archiv für März 2012

Der >Globale Marsch nach Jerusalem< am 30. März 2012

Mitteilung der Botschaft des Staates Israel

Hintergrund, Stellungnahme und weitere Informationen
zu den Absichten, den Akteuren und den möglichen Gefahren einer Eskalation

weiter: Botschaft des Staates Israel in Berlin

siehe auch:
Langer Marsch
Ein Marsch der Narren
Iran bläst zum Marsch auf Jerusalem

Konkurrenz der Antisemiten

Modernisierte Vergangenheitspolitik in Zeiten des Jihad

von Stephan Grigat

Als Thüringen nach dem Auffliegen des »Zwickauer Terrortrios« und seiner Verbindungen zusehends in Verruf geriet, organisierte die Gesinnungsgemeinschaft der anständigen Deutschen Anfang Dezember 2011 in Jena ein Event unter dem Motto »Rock gegen Rechts«, bei dem die Bürger an den Nazis in erster Linie kritisierten, dass sie aus ihrer Gegend stammten und ihren Wirtschaftsstandort schlecht aussehen ließen. In Österreich machten sich sozialdemokratische Nachwuchskader mit Blick auf Barbara Rosenkranz, die Kandidatin der FPÖ bei der Präsidentschaftswahl 2010, die laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte straffrei als »Kellernazi« bezeichnet werden darf, über »den absehbaren Image-Schaden der Nation« Gedanken, und ein Bündnis aus sich zum »anderen Österreich« stilisierenden zivilgesellschaftlichen Initiativen organisierte mit Unterstützung der Sozialdemokratie einen »Lichtertanz gegen Rosenkranz« am Wiener Heldenplatz, dem keine Phrase des alternativen Nationalismus zu blöd war.

weiter: jungle world

Will der globale Marsch nach Jerusalem „Märtyrer“ schaffen?

„Ich hoffe, dass dieser Marsch eine Bewegung schafft, die das zionistische Regime stürzt.“ Dieser Satz stammt von Hussein Scheich ul-Islam. Er ist der Direktor der iranischen Organisation des Marsches nach Jerusalem.

Am 30. März 2012 soll der sogenannte Marsch nach Jerusalem stattfinden. German-IRIB, das deutschsprachige Propagandamedium des iranischen Regimes, schrieb am 18. März: „Am gestrigen Samstag sind mehr als hundert asiatische Friedensaktivisten aus verschiedenen Organisationen, die am globalen Marsch nach al-Quds teilnehmen, in Teheran eingetroffen.“ Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Farsnews laufen die Vorbereitungen für dieses Treffen in Teheran und die Weiterreise an die israelische Grenze seit über einem Jahr. Rund 500 Gruppen und Organisationen aus fünf Kontinenten sollen an dieser Aktion teilnehmen. Zudem sollen in vielen Hauptstädten der Welt parallel laufende Aktionen stattfinden.

weiter: jungle world

Ostjuden: Bürger, Kleinbürger, Proletarier Geschichte einer jüdischen Minderheit im Ruhrgebiet

Vortrag von Ludger Heid, im Rahmen von „Der Nationalsozialismus im Überblick – eine Vortragsreihe der Gedenkhalle auf Tour durch Oberhausen“

Datum: 22.03.2012 19 Uhr
Ort: 46045 Oberhausen VHS Oberhausen (Raum 330a) Langemarkstraße 19-21

Seit den 1880er Jahren kamen infolge russischer Pogrome Hunderttausende Juden nach Deutschland, vor allem in die Ballungsgebiete. Während des 1. Weltkrieges gelangten zigtausende Ostjuden als Rüstungsarbeiter ins rheinisch-westfälische Gebiet. Allein 4.000 arbeiteten als Kumpel unter Tage, wo sie sozusagen ihren „Schabbes“ feierten. In sozialer, politischer, kultureller und religiöser Hinsicht war das Verhältnis zwischen den sogenannten Ostjuden und deutscher Umgebungsgesellschaft schwierig, zum Teil vergiftet. Auch die deutsch-jüdischen Glaubensbrüder verhielten sich den ostjüdischen Zuwanderern gegenüber ablehnend. Im Oktober 1938 wurden Tausende Ostjuden in der ersten Massendeportation Nazi-Deutschlands des Landes verwiesen: Diese sogenannte „Polenaktion“ war zugleich die unmittelbare Vorgeschichte des Novemberpogroms, der unter dem Namen „Reichskristallnacht“ unrühmlich in die deutsche Geschichte eingegangen ist.

Quelle: Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V.

Der Hetzer

„Das ist ein Apartheid-Regime, für das es kei­ner­lei Recht­fer­ti­gung gibt”. Mit die­sen Wor­ten beschrieb ein deut­scher Poli­ti­ker die Situa­tion in Hebron. Es han­delt sich nicht, wie man ver­mu­ten könnte, um die übli­chen Ver­däch­ti­gen: Weder Inge Höger, Anette Groth oder Nor­man Peach kön­nen für diese Äuße­run­gen ver­ant­wort­lich gemacht wer­den. Es war der sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei­vor­sit­zende Sieg­mar Gabriel, der sich auf sei­ner Facebook-Pinnwand aus­kotzte. „Ich war gerade in Hebron. Das ist für Paläs­ti­nen­ser ein rechts­freier Raum. Das ist ein Apartheid-Regime, für das es kei­ner­lei Recht­fer­ti­gung gibt”, schrieb Gabriel über einen Besuch in der Stadt, in der eine kleine jüdi­sche Min­der­heit exis­tiert, die auf kleins­tem Raum leben muss, damit sich das Pogrom von 1929 nicht wie­der­holt, wel­ches zum Tod von 67 Jüdin­nen und Juden und zur voll­stän­di­gen Flucht der dor­ti­gen jüdi­schen Gemeinde führte.

http://reflexion-blog.com/wp-content/uploads/2012/03/gabriel-hebron.jpg

weiter: reflexion