Archiv für Februar 2012

Holocaustleugnerin bei der NPD Oberhausen zu Gast

Nach der notorischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck* und dem Neonazi-Barden Frank Rennicke** war am vorigen Freitag Sylvia Stolz, vorgestellt als „Frau Assessor Sylvia Stolz“, bei der NPD der Ruhrgebietsstadt zu Gast. Die 48-jährige Juristin hat sich einen zweifelhaften Namen als Verteidigerin der Holocaustleugner Horst Mahler (ihrem Lebengefährten), Rigolf Hennig***, Germar Rudolf und Ermst Zündel gemacht.

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Schräge Brauntöne

Einst trat Felicia Langer in die kommunistische Partei ein, obwohl der eigene Vater dem kommunistischen System zum Opfer gefallen war. Heute biedert sich die früher verfolgte Jüdin ausgerechnet den Deutschen an – und das in einem Ton, den auch Holocaustleugner und -verharmloser vom äußersten rechten Rand bemühen.

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Karneval der Empörten

In Magdeburg wurde anlässlich einer Nazi-Demo und der Proteste dagegen vollends ununterscheidbar, wer auf welcher Seite steht.

VON TJARK KUNSTREICH UND JOEL NABER

Die Häftlingsuniformen reichten nicht, auch die Gesichter hatten sie sich grau angemalt, um die Wohlstandsrosigkeit zu kaschieren: Eine Gruppe von Demonstranten, die gegen den Nazi-Aufmarsch in Magdeburg am 14. Januar protestieren wollten, hatte sich da etwas ganz Besonderes ausgedacht. Allerdings waren sie nicht barfuß unterwegs oder in Holzschuhen; so sieht man auf dem Foto oben die Markenschuhe, die Authentizität hat schließlich ihre Wettergrenzen. Wer nun vermutet, dass es sich hier um besonders radikale Gegner handelte, die zu jeder Form der Verhinderung eines Aufmarsches der Nazis bereit gewesen wären, hat weit gefehlt. Nicht nur, dass man sich schlicht auf die Straße legte, um sich wegtragen zu lassen. Um den Anschein allzu großer Identifikation mit den Opfern des Nationalsozialismus gar nicht erst aufkommen zu lassen, legten diese Leute eine Erklärung in Form eines Transparents vor, auf dem stand: »FÜR DAS ERINNERN – Wir trauern um jeden Menschen, den wir an den Faschismus verlieren«.

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Fundstück: Marlene Dietrich singt auf Hebräisch

In Deutschland wurde sie als „Verräterin“ beschimpft und in Israel erhielt sie Standing Ovations von einem zutiefst gerührten Publikum – keine Frage: Marlene Dietrich war nicht nur eine Ausnahmekünstlerin, sondern auch ein ganz besonderer Mensch mit einem einzigartigen Lebensweg.

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Die Statistik von den traurigen Witzen

Zwanzig Prozent der Deutschen sind latent antisemitisch -hat eine Studie kürzlich festgestellt. Das sind, wie Norbert Lammert treffend festgestellt hat, “für Deutschland zwanzig Prozent zuviel”. Da hat er Recht. Aber mit einem gewissen Prozentsatz an Irren muss man ja leben. In jedem Land, in jeder Gesellschaft. Man muss nur aufpassen, dass es nicht zu viele werden. Und man sollte dafür sorgen, dass die Atmosphäre in der Gesellschaft so ist, dass sich die Antisemiten in einer geächteten Minderheit wähnen. Und deshalb die Klappe halten. Das ist nämlich angenehmer…

Von Ramona Ambs

Problematisch bei der ganzen Geschichte sind aber eigentlich nicht die Zahlen, sondern das, was hinter diesen Zahlen steht. Die Leute und ihre Einstellungen. Und nein, ich meine gerade nicht die offensiven Antisemiten, die ganz bewusst Juden hassen und das auch sagen. Und nein, ich rede auch nicht von erzkonservativen Akademikern, die ihren Judenhass in einem religiösen oder historischen Kontext verschleiern, und ich rede auch nicht von einigen hyperlinken Palästinafreunden, die ihren Judenhass in Israelkritik verkleiden. Ich rede von Otto Normalbürger. Von Otto, der gar nicht merkt, dass er sich antisemitisch äußert, weil ihm schlicht die Bildung, und zwar sowohl die intellektuelle wie auch die Herzensbildung, fehlt, um Antisemitismus als solchen zu erkennen. Belege dafür finden sich viele im Alltag. Zum Beispiel beim Humor. Mal was Konkretes gefällig? Bitte…

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